Dein Lerntyp macht den Unterschied! Welcher Lerntyp bist Du?

Wie schnell und nachhaltig Du Wissen verarbeitest, hängt oft von Deinem individuellen Lerntyp ab. Jeder nimmt Informationen unterschiedlich auf und speichert sie anschließend in seinem Gedächtnis ab.

Manchen Menschen genügt bereits einfaches Zuhören, um sich in kurzer Zeit umfangreichen Stoff beziehungsweise neue Fertigkeiten anzueignen. Andere brauchen eher Bilder oder verinnerlichen die Inhalte wesentlich besser anhand praktischer Beispiele und Übungen. Wer versteht, zu welchem Lerntyp er gehört, kann sein persönliches Verhalten danach ausrichten und die Vorbereitung auf das Abitur spürbar effizienter gestalten.

Lerntypen

Wenn Du herausfindest, welcher Lerntyp Du bist, sparst Du Dir viel Zeit ein.

Welche Lerntypen gibt es?

Bereits im 17. Jahrhundert gelangten Pädagogen zu der Erkenntnis, dass das Lernen unter Einbeziehung möglichst vieler Sinne leichter fällt. 1975 entwickelte der Universitätsprofessor und Populärwissenschaftler Frederic Vester daraus seine Theorie der verschiedenen Lerntypen. In seinem Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ beschreibt er die individuellen Besonderheiten beim Aufnehmen, Zusammenführen und Speichern von Informationen. In der Folge unterscheidet die einschlägige Literatur – abhängig vom bevorzugten Kanal zur Wahrnehmung – grundsätzlich zwischen

  • optisch-visuellen Lerntypen,
  • kommunikativen Lerntypen,
  • auditiven Lerntypen, sowie
  • haptischen und kinästhetischen (motorischen) Lerntypen.

In der Praxis kommen aber fast immer Mischformen zum Tragen. Die Einteilung hilft Dir jedoch, Deine persönlichen Vorlieben und Stärken zu erkennen. Sie unterstützt Dich dabei, die Frage zu beantworten: Welcher Lerntyp bin ich, und wie kann ich bessere Ergebnisse erzielen?

Du möchtest Dein Abitur nachholen? Genauere Informationen über das Abitur an der Fernschule bekommst Du in unserem Artikel „Abitur nachholen an der Fernschule„.

Der visuelle Lerntyp

Steht die optische Wahrnehmung von Grafiken, Diagrammen, Bildern und Videos beim Lernprozess im Mittelpunkt, weist dies auf einen visuellen Lerntyp hin. Ihm fällt es leicht, in Schaubildern oder schematischen Darstellungen aufbereitete Sachverhalte zu verinnerlichen. Eigene Notizen enthalten häufig Symbole und Skizzen. Eine gesten- und bildreiche Sprache der Lehrkräfte erleichtert es ihm, dem Unterricht zu folgen.

Der auditive Lerntyp

Menschen, denen es bei Vorträgen keine Probleme bereitet, lange Zeit aufmerksam und konzentriert zuzuhören, zählen zu den eher auditiven Lerntypen. Sie brauchen nur wenige Notizen, um sich Inhalte einzuprägen. Mündliche Erklärungen helfen ihnen mehr als Grafiken und Bilder. Bereits vor dem Niederschreiben auf Papier formulieren sie im Kopf komplette Sätze aus.

Der motorische Lerntyp

Der Begriff fasst die haptischen und kinästhetischen Lerntypen zusammen. Der Praxisbezug mit Anfassen und Selbermachen, also „Learning by Doing“, verspricht dabei die größten Erfolge. Ausprobieren und mit den Händen ertasten oder erfühlen erleichtern diesen Menschen das Verstehen von Zusammenhängen. Selbst bei nicht-handwerklichen Aufgaben bringen ihnen Experimente oder Übungen, beispielsweise mithilfe von Rollenspielen und Computerprogrammen, nachhaltige Erfolge beim Lernen.

Der kommunikative Lerntyp

Dem kommunikativen Lerntypen helfen angeregte Gespräche oder Diskussionen in kleinen Gruppen besser, sich an Sachverhalte und Lerninhalte zu erinnern. Argumente und kontroverse Standpunkte beim direkten Austausch prägen sich ihm leicht im Gedächtnis ein. Ihm fällt es auch nicht schwer, sich mit eigenen Vorträgen und Präsentationen aktiv in den Unterricht einzubringen.

Der kommunikative Lerntyp

So findest Du heraus, welcher Lerntyp Du bist

Niemand lässt sich nur einem ganz bestimmten Lerntyp zuordnen. Die meisten Menschen sind „Mischtypen“. Dennoch ermöglichen Dir verschiedene Tests aus dem Internet, Dich und Deine individuellen Fähigkeiten und Präferenzen besser einzuschätzen. Sie bestehen aus einer Reihe von Fragen, die gezielt auf bisherige Erfahrungen und damit verbundene Lernerfolge eingehen. Im Kern bieten Dir die Ergebnisse auch nur die Grundlage für eine kritische Selbsteinschätzung. Der wichtigste Schritt besteht darin, zusätzlich Dein eigenes Verhalten in speziellen Lernsituationen zu reflektieren. Um Deine persönlichen Stärken und Schwächen zu erkennen, brauchst Du ehrliche Antworten auf Fragen wie:

  • Bei welchen Gelegenheiten prägte sich mir der vermittelte Stoff in unterschiedlichen Fächern am schnellsten ein?
  • Habe ich Probleme, zuzuhören?
  • Brauche ich anschauliche Materialien, um dem Unterricht folgen zu können?
  • Welche Notizen mache ich mir, und helfen sie mir später wirklich beim Nachbereiten des Stoffs?
  • Bleiben mir Dinge, die ich selbst ausprobiert habe, leichter im Gedächtnis?
  • Macht es mir Freude, in kleinen Lerngruppen zu arbeiten?

Die sorgfältige Analyse Deiner Antworten liefert wichtige Hinweise darauf, wie viel von den verschiedenen Lerntypen in welcher Ausprägung in Dir steckt. Obwohl es keinen „wasserdichten“ Lerntyp-Test gibt, lohnt sich der Aufwand. Das Ergebnis hilft dir, die geeigneten Lernmethoden und Hilfsmittel auszuwählen.

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Lernformen, die Deinen Lerntyp besonders unterstützen

Die folgenden Tipps ermöglichen dir, Dein Lernverhalten bedarfsgerecht zu optimieren.

Bist Du der auditive Lerntyp, so bringen Dich eine ruhige Arbeitsatmosphäre und moderne Hörmedien, Podcasts oder Tonaufzeichnungen weiter. Texte selbst laut vorlesen, aufnehmen und wieder abspielen sowie das Zuhören bei Lehrgesprächen und Diskussionen festigen bei Dir das vermittelte Wissen zusätzlich.

Bist Du eher der visuelle Lerntyp, empfiehlt es sich, Videomaterial zu verwenden und Informationen in Form von Schaubildern und Grafiken aufzubereiten. Eigens gestaltete Lernkarten schaffen „Eselsbrücken“, und Mindmaps ordnen Deine Gedankengänge.

Woman with Der Auditive Lerntyp: Lernen über das Gehörusing a tablet

Als haptischer oder kinästhetischer Lerntyp benötigst Du praktische Übungen, die Du Dir gegebenenfalls selbst anfertigen kannst. Wichtig sind Hilfsmittel wie Berichtshefte oder Lernkarten, mit denen Du aktiv arbeitest. Auch Rollenspiele und Übungsaufgaben verfestigen bei Dir die Informationen. Um Deine Konzentration zu fördern, können Dir Stressbälle zum Kneten helfen.

Wenn Du der kommunikative Lerntyp bist, sind Lerngruppen mit angeregten und kontroversen Diskussionen für Dich ideal. Kurze Vorträge zu Teilgebieten des Lernstoffs schaffen eine „Win-win-Situation“ für alle Teilnehmer. Auch wenn Du anderen komplexe Sachverhalte in eigenen Worten verständlich erklärst, verfestigen sich bei Dir die Lerninhalte.

So geht bei Deiner Vorbereitung auf das Abitur nichts mehr schief!

Fazit für die Lerntypen

Obwohl es keine klare Trennung zwischen den einzelnen Lerntypen gibt, liefern sie Dir dennoch gute Anhaltspunkte. Denn das Wissen darüber und die richtige Wahl der Technik verbessern Deine Effizienz beim Lernen in jedem Fall. Du verschwendest weniger Zeit und kannst Deine persönlichen Stärken gezielt nutzen, um Kenntnisse oder Fertigkeiten nachhaltig zu verfestigen. Mit einem für Dich optimal ausgewählten Mix an Lernmethoden erzielst Du deutlich schneller Fortschritte und am Ende bessere Ergebnisse. Bei der Vorbereitung auf das Abitur kann damit so gut wie nichts mehr schief gehen.

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